main

Kurzmitteilung

Die ewige Ruhe

Die Trauerfeier von Michael Jackson brachte sie mal wieder ans Tageslicht, die „ewige Ruhe“. Viele der Redner und Sänger und sonstigen Betroffenen wünschten ihm penetrant die „ewige Ruhe“.  Diese Trauerverantstaltung vor leerem Sarg war so depressiv, dass ich bald abschalten musste, nicht weil ich selber trauere, sondern weil die Aussagen so konventionell, so hohl, waren und in keiner Weise den Charakter des Verstorbenen wiederspiegelten. Es war einmal wieder die pure Unwissenheit über den sogenannten Tod.

Was soll das überhaupt sein, die „ewige Ruhe“?  Und – wer will die ewige Ruhe“ wirklich erfahren?

Die ewige RuheIch denke,  niemand im ganzen Universum – in sämlichen Multiversen – will die „ewige Ruhe“.  Und trotzdem ist die „ewige Ruhe“ in den christlichen Kirchen sozusagen die Standardaussage zu dem, was einen angeblich nach dem Sterben erwartet. Auch im Buddhismus gilt das Nirvana, zumindest im volkstümlichen Verständnis,  als Ort der ewigen Ruhe. Seltsamerweise soll das ein Trost sein, dabei erscheint mir diese „Ruhe“ eher als Verfluchung, so ähnlich wie Einzelhaft, nur schrecklicher. Wenn man diesen Gedanken zu Ende führt, kann er eigentlich nur die Auslöschung des Individuums bedeuten, denn was könnte die „ewige Ruhe“ anderes sein und die Versprechen von Himmel, Paradies und Ähnlichem sind billige Lügen oder allenfalls Hoffnungen…. trotz allem… es könnte ja sein…. blablabla! Die „ewige Ruhe“ gilt auch als Erlösungsgedanken, denn natürlich ist jemand erlöst, wenn er ruhig gestellt ist. Er merkt ja nichts mehr.

Also dieses irrige Zeug den gerade Gegangenen nachzurufen ist ein Versuch, diese zu verfluchen, ein gutgemeinter Versuch gewissermaßen, aber es bleibt ein Fluch. Zum Glück ist das für die Gestorbenen unwichtig, weil sie nicht mehr zwanghaft in diesen beschränkten Kategorien denken müssen. Sie leben weiter, anders vielleicht, aber das Leben nimmt keine Ende. So etwas wie Tod gibt es nicht. Es gibt nur Übergänge, Veränderungen  und die größte Veränderungen sind die Geburt und der Tod – von menschlicher Sicht aus gesehen.

Ramtha beschreibt in seinem „Weissem Buch“ die 7 Himmel einen Zustand, der dem der „ewigen Ruhe“ nahekommt und der, wenn es so stimmt, absolut trostlos ist: Endlose Reihen von schlafenden Menschen, die felsenfest glauben, dass sie tot sind. Also anstatt den Menschen, die sich verändert haben, eine Fluch nachzurufen, wäre es angenehmer, ihnen etwas Schönes zu wünschen, so wie „viel Spaß bei neuen Abenteuern“ oder doch zumindest „ewige Freude“, denn wenn es etwas Ewiges gibt, dann ist es das Leben!

[ad#amazon-ramtha]

No comments yet.

Schreibe einen Kommentar