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Kurzmitteilung

Vimala Thakar

Vimala Thakar starb im März 2009 in ihrer Heimat in Rajasthan, Indien. Obwohl sie so ein erleuchtetes Wesen ist, fand ihr Tod kaum eine Notiz in der westlichen Presse. Für Frauen gibt es ja nicht allzu viele spirituelle Vorbilder, sozusagen, und man könnte annehmen, dass Vimala zumindest bei Frauen einen hohen Stellenwert hatte. Aber das scheint nicht so zu sein. Vimala Thakar war natürlich auch keine Feministin. Sie hat das Geschlecht transzendiert und war in erster Linie ein Mensch. Ihr Credo war:

Vimala ThakarIch bin eine einfache Person, ein menschliches Wesen, das das Leben liebte und das das Leben als göttlich begriff. Ich habe mein Leben in Liebe gelebt, ganz verrückt in Liebe für den menschlichen Ausdruck des göttlichen Lebens.

Das alles ist Grund genug, wieder einmal einen ihrer großartigen und weisen Artikel zu lesen wie z.B. Das Erwachen zur totalen Revolution, der mit der Aussage endet:

Überall in der Welt leiden wir unter der Dunkelheit der Not, die wir selbst geschaffen haben. Es ist uns nicht gelungen, in Frieden und Harmonie miteinander zu leben, weil wir an das Fragmentarische und Oberflächliche glaubten, und Finsternis braut sich am Horizont zusammen. In solch dunklen Zeiten spüren gewöhnliche Menschen wie Sie und ich die Dringlichkeit, tiefer zu gehen und die oberflächlichen und inadäquaten Vorgehensweisen loszulassen, um stattdessen die kreativen Kräfte zu aktivieren, die uns allen als Ausdruck der Ganzheit zur Verfügung stehen. Die unermessliche Intelligenz, die den ganzen Kosmos lenkt, ist für alle da. Die Schönheit und das eigentliche Wunder des Lebens besteht darin, dass wir ein grenzenloses Potenzial an Kreativität und Intelligenz mit dem übrigen Kosmos teilen. Wenn das Universum unermesslich und geheimnisvoll ist, dann sind wir es auch. Wenn es unzählige kreative Energien birgt, dann auch wir. Hat es heilende Kräfte, dann besitzen wir sie auch. Die Erkenntnis, dass wir nicht ausschließlich Körper auf einem stofflichen Planeten sind, sondern dass wir ganzheitliche Wesen sind, jedes einzelne ein kleiner Kosmos, mit dem Leben auf innige und tiefgründige Weise verbunden, sollte die Art, wie wir uns, unsere Umwelt und unsere sozialen Probleme erleben, radikal verändern. Nichts kann je aus der Ganzheit herausgenommen werden.

Es gibt so viel unerforschtes Potenzial in jedem Menschen. Wir sind nicht einfach nur Fleisch und Knochen oder eine Verschmelzung verschiedener Konditionierungen. Wenn dem so wäre, dann sähe unsere Zukunft auf diesem Planeten wirklich düster aus. Aber es gibt unendlich viel mehr im Leben, und jeder leidenschaftliche Mensch, der es wagt, jenseits des Fragmentarischen und Oberflächlichen das Geheimnis der Ganzheit zu ergründen, hilft der gesamten Menschheit zu verstehen, was es heißt, ein ganzer Mensch zu sein. Revolution, totale Revolution, bedeutet, das Unmögliche zu probieren. Und wenn ein Mensch diesen Schritt in das Neue, das Unmögliche wagt, dann nimmt er die ganze Menschheit mit.

Ja. So ist es!

Vimala Thakar
Vimala Thakar English

Und noch einen Nachtrag, weil heute Muttertag ist:

Mutter GottesDer Hinduismus besagt, dass Frauen niemals in einem Frauenkörper befreit werden können. Wenn sie sich benehmen und dem Bhakti Yoga folgen, werden sie eventuell in einem männlichen Körper wiedergeboren und können befreit werden. Buddhisten und Jainisten akzeptieren ebenfalls niemals, dass eine Frau in einem Frauenkörper emanzipiert werden könnte. Auch die Katholiken akzeptieren es nicht. So kann eine Frau bestenfalls eine Mutterfigur werden, so wie Anandamayi Ma, oder diese oder jene Figur. Und sie kann als Mutter lehren, aber nicht als eine emanzipierte Person.

Vimala Thakar

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