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Kurzmitteilung

Junk DNA

Spätestens seit Thilo Sarrazins doch etwas sehr primitivem Buch sind die Gene wieder in aller Munde. Man darf dabei nicht vergessen, dass große Teile der Bevölkerung nicht auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand sind – um es freundlich auszudrücken – und so kann man seelenruhig von „Basken-Gen“ oder „Juden-Gen“ schwadronieren, ohne einen blassen Schimmer von Genen zu haben und trotzdem Zustimmung ernten.

Dabei ist die Wissenschaft gerade dabei, die Evolutionstheorie zu demontieren. Es gibt – und gab schon immer – zu viele Widersprüche und Ausnahmen. Endlich kommt ein wenig mehr Licht in das Dunkle.  Sein hat dazu einen interessanten Artilel geschrieben, den ich auszugsweise weiter unten veröffentliche. Den ganzen Artikel kann man hier lesen…

Ein Baustein zum Verständnis scheint in dem zu liegen, was die Forscher bisher als Junk-DNA bezeichnet haben – nämlich jene 98 Prozent unserer DNA, auf die sich die Wissenschaft noch keinen rechten Reim machen kann. Allein die Tatsache, der Natur zu unterstellen, sie würde 98 Prozent nutzlosen Schrott (Junk) in unser Erbgut schreiben, lässt schon erahnen, dass man hier mal ordentlich auf dem Holzweg war.

Nun wissen wir: Die restlichen 98 Prozent, die nicht unsere Gene beherbergen, bestehen nicht aus DNA-Schrott, sondern sind zur einen Hälfte Gene, welche die Zellregulation aufrecht erhalten. Die andere Hälfte aber sind Transposons, Gene, die sich selbst aus der DNA herauslösen, sich frei im Erbgut bewegen und selbstständig an anderen Stellen wieder einsetzen. Durch diese neuen Code-Bausteine ändert sich freilich der Sinn des umgebenden Erbguts und Mutationen entsehen. Diese springenden Gene sind sozusagen Joker, die unser Genom neu kombinieren und umschreiben können. Wie und warum genau, das weiß man bisher noch nicht, gerade erst wurden alle diese Transposone entschlüsselt.

Was man weiß ist, dass Transposone normalerweise inaktiv sind – losgelassen werden sie erst dann, wenn Umweltreize dazu drängen. Sie könnten sowohl für zielgerichtete spontane Evolution als auch für Evolutionssprünge eine Erklärung bieten. In jedem Fall dürfte die Zeit des materialistischen, eindimensionalen Denkens erstmal wieder vorbei sein.

„Die Tatsache, dass sich das Erbgut selbst verändern kann und sozusagen sensibel auf äußere Reize reagiert, war ein arger Bruch des Dogmas einer maschinell geprägten Auffassung unseres Erbgutes“, erklärt der Freiburger Molekular- und Neurobiologe Joachim Bauer. Evolution geschehe demnach nicht bloß zufällig und mit dem Schliff der Selektion, sondern sei ein ständiger und kreativer Prozess.

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