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Kurzmitteilung

Wo kommt Gier her?

Osho beschreibt in diesem Artikel, den ich auszugsweise zitiere, sehr gut, was Gier ist und wie man sie überwinden kann. Gerade heutzutage, wo Politik, Banken und Konzerne eine unbeschreibliche Gier nach Macht und Geld zeigen, ist es wichtig, die Mechanismen der Gier zu verstehen. Es ist die Abgetrenntheit von sich selbst und diese innere Hohlheit – sozusagen ein Zombie Zustand – muss unbedingt aufgefüllt werden. Jeder kann bei sich selbst sehen, wie gierig er selber ist und wie er wieder in Einklang mit sich selbst kommen kann. Es spricht nichts gegen etwas Besitztum, aber die Anhäufung von unnötigem Zeug ist einfach nur eine Last…

Es reicht aus, die Natur der Gier zu verstehen. Du brauchst sonst nichts zu tun, um sie los zu werden, allein sie zu verstehen, beseitigt den ganzen Müll.

Wenn der Mensch im Einklang mit dem Universum ist, ist er erfüllt, wenn er nicht im Einklang mit dem Universum ist, ist er leer, vollkommen leer. Und aus dieser Leere entsteht Gier. Gier soll die Leere füllen: mit Geld, mit Häusern, mit Möbeln, mit Freunden, mit Liebhabern – mit irgendwas, denn man kann nicht mit Leere leben. Es macht Angst, es ist ein Geisterleben. Wenn du leer bist und in dir gibt es nichts, dann ist es unmöglich zu leben.

Um das Gefühl zu haben, innerlich voll zu sein, gibt es nur zwei Wege: entweder du bringst dich in Einklang mit dem Universum … dann bist du vom Ganzen erfüllt, von allen Blumen und allen Sternen. Sie sind in dir, so wie sie außen sind. Das ist wirkliche Erfüllung. Aber wenn du das nicht machst, und Millionen Menschen machen das nicht, dann ist der einfachste Weg, dich mit irgendwelchem Müll anzufüllen.

Gier bedeutet einfach, dass du eine tiefe Leere in dir fühlst und du sie mit irgendetwas füllen möchtest – egal, was es ist. Wenn du das verstanden hast, hast du nichts mehr mit Gier zu tun. Du hast damit zu tun, mit dem Ganzen in Einklang zu kommen, so dass die innere Leere verschwindet. Und damit verschwindet auch die Gier. Das heißt nicht, dass du anfängst, nackt zu leben, das heißt einfach, dass du nicht dafür lebst, Dinge zu sammeln. Immer wenn du etwas brauchst, kannst du es haben.

Aber es gibt auf der ganzen Welt verrückte Menschen, und sie sammeln. Der eine sammelt Geld, obwohl er es niemals ausgibt – das ist merkwürdig. In der Kommune hatten wir einen Autoaufkleber: „Moses verdient, Jesus sichert, Osho gibt aus.“

Ein Gegenstand muss einen Nutzen haben, wenn er den nicht hat, dann braucht man ihn nicht. Aber diese Angelegenheit kann jede Richtung nehmen: Die Leute essen, sie sind nicht hungrig, aber sie essen weiter. Sie wissen, dass sie dann leiden, dass sie krank werden, aber sie können sich nicht stoppen. Dieses Essen ist auch ein Versuch, sich zu füllen.

Es gibt also viele Richtungen und viele Möglichkeiten, Leere zu füllen, obwohl sie nie gefüllt wird – sie bleibt ungefüllt, und dir geht es schlecht, denn es ist nie genug. Du brauchst immer mehr, und das „Mehr“ und die Suche nach mehr sind endlos.

Ich verstehe Gier nicht als den Wunsch nach etwas – sie ist eine existenzielle Krankheit. Du bist nicht mit dem Ganzen in Einklang, und nur dieser Einklang kann dich heilen. Dieser Einklang kann dich auch heilig machen.

Es ist merkwürdig, dass die Worte heil und heilig von demselben Wort abstammen (im Englischen Wholeness – das Ganze). Wenn du dich mit dem Ganzen eins fühlst, verschwindet alle Gier. Was haben die Religionen stattdessen gemacht? Sie haben Gier als Wünschen missverstanden, also haben sie versucht, sie zu unterdrücken: „Sei nicht gierig.“ Dann fällt man in das andere Extrem, man verleugnet sie. Der gierige Mensch sammelt, derjenige, der seine Gier los werden möchte, verleugnet sie. Auch darin gibt es kein Ende.

In meinem Verständnis ist Gier auf keinen Fall der Wunsch nach etwas. Du brauchst also nichts gegen Gier zu unternehmen. Du musst die Leere verstehen, die du füllen möchtest und dich fragen: „Warum bin ich leer? Die ganze Existenz ist so voll, warum bin ich leer? Vielleicht bin ich vom Weg abgekommen: Ich gehe nicht mehr in die richtige Richtung, ich bin nicht mehr existenziell. Das ist der Grund für meine Leere.“

Sei existenziell. Lass los und bewege dich näher auf die Existenz zu, in Stille und Frieden, in Meditation. Eines Tages wirst du feststellen, dass du so voll bist – übervoll, überfließend – mit Freude, mit Seligkeit, mit Segen. Du hast davon so viel, dass du der ganzen Welt davon etwas geben kannst und es doch nicht erschöpfst.

An diesem Tag wirst du zum ersten Mal keine Gier nach Geld, nach Nahrung, nach irgendetwas verspüren. Du wirst natürlich leben, nicht mit einer ständigen Gier, die nicht erfüllt werden kann, einer Wunde, die nicht geheilt werden kann.

Osho, Beyond Psychology, Talk #26

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