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Leben heißt Unsicherheit

Es gibt keine Sicherheit im Leben, weil das Leben nicht anders als in Unsicherheit existieren kann. Daher kommt es, dass man, je sicherer man ist, desto weniger lebt. Der Tod ist die komplette Sicherheit. Sei also niemals auf Sicherheit aus, denn sonst bist du auf den Tod aus…

Der andere muss euch so lange als Feind vorkommen, wie ihr euch panzert. Unter gepanzerten Menschen ist keine Freundschaft möglich – Freundschaft ist unmöglich, Liebe ist unmöglich, Kommunikation ist unmöglich. Du hast Angst, jemand könnte Besitz von dir ergreifen. Jemand könnte dich überwältigen, jemand könnte dich versklaven. Aus Angst davor hast du ein Gefängnis errichtet, einen Schutzwall um dich gezogen. Ganz vorsichtig gehst du weiter, ganz vorsichtig setzt du jeden Schritt. So wird das Leben zu einer einzigen Last, wird das Leben zur Langeweile. Wenn du zu vorsichtig bist, kann das Leben kein Abenteuer sein. Wenn du dich allzu sehr schützt, allzu sehr auf Sicherheit erpicht bist, bist du bereits tot. Merkt euch also folgendes Grundgesetz: Leben heißt Unsicherheit.

Und nur wer bereit ist, es mit Unsicherheit, ständiger Unsicherheit aufzunehmen, wird frei sein. Und Freiheit ist das Tor zum Göttlichen…

Merkt es euch ein für allemal: Das Leben ist grundsätzlich unsicher. Das macht sein eigentliches Wesen aus. Wenn also Liebe aufkommt, dann erleidet die Angst, dass der geliebte Mensch euch verlassen kann, aber schafft keine Sicherheit. Dann wird die Liebe zunehmen, der geliebte Mensch mag sterben, und ihr könnt nichts dran ändern, aber das wird nicht eure Liebe töten. Die Liebe wird weiter wachsen…

Du musst den Geliebten oder die Geliebte mit der Perspektive lieben, dass es vielleicht überhaupt kein Morgen mehr geben wird. Das ist es, was der Liebe ihre Intensität verleiht.

Also zunächst vermindere deine Bemühungen, dir ein sicheres Leben zu verschaffen. Und schon durch dieses Vermindern werden die Mauern um dich herum fallen. Zum ersten Mal wirst du spüren, wie der Regen dich direkt berührt, wie der Wind dich anbläst, die Sonne dich bescheint. Du erlebst dich unter dem offenen Himmel. Es ist wunderschön. Aber wenn dir das schrecklich erscheint, liegt das daran, dass du dich daran gewöhnt hast in einem Gefängnis zu leben. Du wirst dich erst an die neue Freiheit gewöhnen müssen.

Diese Freiheit wird euch lebendiger, fließender, offener, reicher, strahlender machen.

Schöne kleine Meditation von Osho, der einmal mehr auf die ständigen Veränderungen des Lebens hinweist, die man auch durch permanente Kontrolle nicht aufhalten kann. Dieser Widerstand gegen Veränderungen ist nur eine ständige Quelle des Leidens. Wenn man die „Unsicherheit“ aber akzeptiert und die Freiheit gewinnt, die eigenen Gedanken und Vorstellungen zu bestimmen, bekommt man die totale Sicherheit – eine Sicherheit, die allerdings den Fluss des Bewusstseins nicht aufhalten will…

Ich habe diesen Artikel aktualisiert, weil Sicherheit und Kontrolle das vorrangigste Ziel der Politik zu sein scheinen, wie die jetzt aktuellen Nacktscanner einmal mehr beweisen. Dabei sind all diese „Sicherheitsmaßnahmen“ vollkommen umsonst. Sicherheit gibt es nur im „Innern“…

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