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Glaubenssätze III

Mir gefällt der Begriff „Glaubenssätze“ nicht besonders, aber andere Begriffe wie z.B. Theorie verdeutlichen einfach nicht die Wucht, mit der Glaubenssätze wirken. Das Wissen um Glaubenssätze hebt das Denken nicht auf. Denken und Einsicht sind mehr denn je notwendig – der Zeitstrom hat sich eindeutig beschleunigt – um fähig zu sein, die Erfahrungen zu steuern, wenn man kein Opfer äusserer Ereignisse sein will, was nichts anderes bedeutet, als ein Opfer übernommener oder erworbener Glaubenssätze zu sein.

Die Glaubenssätze werden trotz meiner Ausführungen immer wieder nur mit irgendwelchen Religionen assoziiert, Natürlich wurde dieses praktische „Werkzeug“ schon vor langer Zeit von Religionen oder anderen Machthabern gekapert und für deren Zwecke eingesetzt. Dogmata wurden errichtet und bei Zuwiderhandlung hart bestraft, oft mit dem Tod. Das ist auch heute so. Propaganda und Werbung kann und wird flächendeckend eingesetzt und wenn diese nicht ausreicht, werden Gesetze erlassen, um die Absicht der Machthaber durchzusetzen.

Gut ist, wer dann selber denken kann und einen scharfen Intellekt hat. Der Intellekt ist die Instanz, welche das schon Erschaffene erkennen und auf seine Tauglichkeit prüfen soll. Wenn der Intellekt aber von wichtigen Informationsquellen abgeschnitten ist, ist das Denken und Erkennen fehlerhaft. Wichtige Informationsquellen sind neben den „äusseren“ Ereignissen, Literatur, Philosophie, Medien und Internet vor allem die „inneren“ Quellen wie Emotion, Intuition, spontane Impulse, Imagination, Impression, Inspiration… Damit kann man die eigenen Erfahrungen sozusagen auf Herz und Nieren prüfen und herausfinden, ob das, was man denkt, den eigenen Wünschen entspricht, oder doch nur übernommen wurde. Man kann auch herausfinden, wie die Mechanismen des Bewusstseins funktionieren. Man denkt pausenlos, so wie man atmet. Die Herausforderung ist, dieses Denken frei zu bestimmen. Dann weiß man zumindest, dass man glaubt.

Glauben ist nur dann ein Fluch, wenn man sich zwingen lässt, einen „Fremdglauben“ zu übernehmen. Ansonsten ist es nur ein Werkzeug, durch das die Wahrnehmung des Menschen gefiltert wird. Wenn man die Filter einsetzt, die man selber will, ist der Glauben nicht mehr bedrohlich und kann auch nicht von irgendwelchen „Anderen“ manipuliert werden.

Liebe ist das schärfste SchwertGlauben, Denken und Wissen schließen sich nicht aus. Der Mensch sollte alle Mechanismen des Bewusstseins kennen und nutzen. Gelegentlich gibt es Augenblicke der direkten Wahrnehmung, also Einsicht und Erkenntnis, dann „weiß“ man, sofern man sich traut, diese Einsicht anzunehmen. Diese Art von Einsicht, gepaart mit Wertschätzung, ist Liebe und deshalb ist Liebe auch zurecht das „schärfste Schwert“ des Menschen.

 

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