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Magick

In meinem dritten Jahr in Cambridge weihte ich mich bewußt dem Großen Werk. Ich verstand darunter das Werk, ein Spirituelles Wesen zu werden, frei von den Zwängen, Zufällen und Täuschungen der materiellen Existenz. Es mangelte mir an einem Namen, um meine Arbeit zu bezeichnen … Ich wählte deshalb den Namen „MAGICK“ als ursprünglich den feinsten und tatsächlich den verrufensten aller verfügbaren Ausdrücke.

Ich schwor MAGICK zu rehabilitieren, sie mit meiner eigenen Laufbahn zu identifizieren; und die Menschheit zu zwingen, das zu respektieren, zu lieben und darin zu vertrauen, was sie verachtete, haßte und fürchtete. Ich habe mein Wort gehalten.“ Aleister Crowley


Magick kann man als die Kunst und Wissenschaft ansehen, innere und äußere Realitäten in Übereinstimmung mit dem eigenen Wahren Willen bewußt zu schaffen oder zumindest zu verändern. Aleister Crowley, einer der bedeutendsten Magier des letzten Jahrhunderts, ließ die Ansätze und Intentionen seines eigenen Werkes in diesen Begriff einfließen, indem er zum Wort Magie (engl. magic) ein K hinzufügte. Damit wollte er, wie er sagte, zum einen die Bewußtseinswissenschaft Magie auch begrifflich von Jahrmarktsgaukelei, Aberglauben und „Budenzauber“ abheben, zum anderen sah er das K als für Kteis (griech. für Möse) stehend an, um den sexualmagischen Aspekt und den notwendigen Einfluß der weiblichen Shakti-Kraft zu verdeutlichen.

Magisches Denken selbst ist so alt wie die Menschheit. Es entstand aus dem Bedürfnis, göttliche (unabhängig davon, was jeder unter ‚Gott‘ versteht) Kräfte und Energien in die eigene Realität „herab“ zu ziehen, um aus ihnen alltäglichen Nutzen zu gewinnen oder sie für das eigene Wissen und die eigene Weiterentwicklung zu gebrauchen. In gewissem Gegensatz dazu möchte ein Mystiker zu diesen Kräften „aufsteigen“ und verspürt ein gewisses Bedürfnis danach, seine Realität zu verlassen.

Im gleichen Sinn ist Magie bei Novalis „die Kunst, die Sinnenwelt willkürlich zu gebrauchen, und der magische Idealist ist derjenige, der ebensowohl die Gedanken zu äußeren Dingen wie äußere Dinge zu Gedanken machen kann.“ (Fragmente 1779)

Anders als in der historischen Magie geht es jedoch unserer Meinung nach nicht mehr darum, als „Idealist“ eine absolute Wahrheit zu finden, die in Geheimlehren irgendwelcher Art okkult, also verborgen ist. Es geht vielmehr darum, Magick als Instrument und Werkzeug zu verwenden – u. a. mit dem Ziel, Kontakt mit dem eigenen Höheren Selbst (oder dem Heiligen Schutzengel, Inneren Kind, dem göttlichen Kern, Gott, Göttin etc.) aufzunehmen und auf dieser Basis zur Erkenntnis seines Wahren Willens zu gelangen. Crowley selbst wurde niemals müde zu betonen, daß dieser Wahre Wille nicht eine beliebige Laune bedeutet, sondern die schwerste Aufgabe für den Menschen darstellt, nämlich in Übereinstimmung mit seinem unverfälschten inneren Wesenskern zu leben und zu handeln. Der Kern aller esoterischen Überlieferung läuft darauf hinaus, den Menschen selber als Gott, mit göttlichen Attributen und Fähigkeiten ausgestattet, zu begreifen – sich quasi an das eigene Gottsein zu erinnern.

Der Golem – Magick, Gnosis, Metaphysik

Thelema (Englisch)

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