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Kurzmitteilung

Die Gretchenfrage

Fundamentalisten sind Anhänger eines Glaubens, einer Religion oder irgendeines …ismus, die bereit sind, ihre Annahmen mit Gewalt zu verteidigen. Sie tolerieren keine anderen Glaubenssätze.

Keine Fundamentalisten sind Anhänger eines Glaubens, einer Religion oder irgendeines …ismus, die nicht bereit sind, ihre Annahmen mit Gewalt zu verteidigen. Sie dulden andere Glaubenssätze.

Aber „glauben“ tun alle! Der Glauben ist vielleicht das am meisten missverstandene „mentale Werkzeug“ des Menschen. Aufgrund von Glaubenssätzen wurden Religionen gegründet, Philosophien entworfen oder religionsähnliche Staatengebäude entworfen. Man denke nur einmal an die beiden großen „Religionen“ des 20. Jahrhunderts, den Kommunismus und den Kapitalismus. Eine davon hat schon weitgehend den Geist aufgegeben und die Andere ist am zerbröckeln. Zu recht, denn beide Strömungen sind menschenfeindlich.

Die großen institutionellen Religionen sind mit ihrem Glauben schon etwas näher an der Wirklichkeit, deshalb sind sie auch noch nicht verschwunden, aber sie sind in einem beträchtlichen Maße verzerrt. Die Religionsstifter haben die Wirklichkeit eingesehen, selber erfahren und diese Einsichten in Worten ausgedrückt. Aber natürlich kann man nur etwas erkennen, was man selber ein-gesehen hat. So bleibt den Religionsanhängern nur der Glauben an das, was Andere ihnen erzählen und eine schwache Hoffnung, dass dies auch stimmen möge.

Aber Glauben ist etwas ganz Anderes. Diese Welt funktioniert aufgrund von Glaubenssätzen. Es gibt keine Wirklichkeit, die wirklicher ist als eine Andere. Es gibt keinen Referenzpunkt. Alles ist Glauben und alle haben recht, denn sie sehen nur das, was sie glauben und halten dies dann für die absolute Wirklichkeit. Deshalb kann man auch kaum jemand überzeugen, der etwas Anderes glaubt als man selbst, es sei denn, dieser Mensch hat schon eine kleine Bresche in seine scheinbar so gesicherten Erkenntnisse geschlagen.

Es ist auch nicht notwendig, jemand von den eigenen Glaubenssätzen zu überzeugen. Man kann alle Glaubenssätze als gleichwertig stehen lassen und die auswählen, die einem selber am besten gefallen. Es ist auch nicht notwendig, zu kämpfen. Seit Menschengedenken scheinen Menschen immer die unerfreulichsten Glaubenssätze zu wählen, wie z.B. die katholische Kirche, die, obwohl sie Erlösung predigt, das Bild eines gekreuzigten Gottes pflegt. Dieses Bild prägt diese Religion weit mehr als alle Heilsversprechungen. Und so ist es auch individuell. Viele Menschen sind voller Sorgen, glauben an die Last und Schlechtigkeit des Menschen, an Mangel und Not… Kein Wunder, dass sie dies auch bekommen. Der Himmel regnet schließlich über Gerechte und Ungerechte….

„Wer mir einen Glauben geben will, ist mein Feind“ sagte Osho und ich stimme ihm zu. Diese ganze Propaganda, der man unaufhörlich ausgesetzt ist – sei sie nun religiös, staatlich oder von anderen Gruppierungen – dient nur einem einzigen Zweck: Einen Glauben zu vermitteln, der diesen Gruppierungen nützt aber sonst niemand.

Die Gretchenfrage heute ist: Wie halt ich’s mit meinem Glauben oder anders gesagt, was glaube ich wirklich. Erst durch diese Selbsterkenntnis ist man in der Lage, klare Gedanken zu fassen und sich frei innerhaltb der unzähligen Glaubenssätze zu bewegen. So lange man die eigenen Überzeugungen nicht kennt, ist man ihnen hilflos ausgeliefert. Und so lange man glaubt, es gibt eine wirklichere Wirklichkeit als man selbst ist man ebenfalls nur ein Spielball der „äußeren Finsternis“, sozusagen.

Wie man Glaubenssätze ändert

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