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Kurzmitteilung

Anhängsel und Assoziationen

Eure wirkliche Identität ist die, die von all den Anhängseln befreit ist, von denen ihr glaubt, sie seien Teile eurer Identität, aber es nicht sind. Und was ist ein Anhängsel eurer Identität? Ein Anhängsel ist mit euren Erfahrungen verknüpft, damit, was ihr gelernt habt und was euch gelehrt worden ist. Und einiges davon, was ihr gelernt habt oder was ihr gelehrt worden seid und auch was ihr selbst gemacht habt in Bezug auf eure eigenen Erfahrungen, wird zu Anhängseln eurer Identität.

AnhängselEin einfaches Beispiel, das mit Erfahrungen zu tun hat: die meisten Individuen machen Erfahrungen in Bezug auf Beziehungen. Und sie haben Assoziationen zu diesen Erfahrungen. Ich habe schon definiert, dass Assoziationen die Einschätzungen sind, die ihr zu jeglicher Erfahrung erzeugt. Ihr macht das mit jeder Erfahrung. Ihr erzeugt eine Assoziation. Einige sind offensichtlicher und stärker als andere, aber mit jeder Erfahrung erzeugt ihr eine Assoziation.

Mit dieser Bewertung eurer Erfahrung erzeugt ihr eine Einschätzung, ob die Erfahrung gut oder schlecht ist. Deswegen ist eine Assoziation eine Einschätzung mit der Beifügung von gut oder schlecht in Bezug auf eine Erfahrung. „Ich küsste ein Mädchen und es war gut.“  Der Kuss ist die Erfahrung, die Assoziation ist die Bewertung der Erfahrung. „Der Kuss war gut.“

Was Erfahrungen und Assoziationen betrifft erzeugt ihr oft sich wiederholende Erfahrungen oder Erfahrungen, die sich sehr ähnlich sind. „Ich küsste sie öfters und jedes Mal war es gut.“ Ihr verstärkt damit die Assoziation, und in dieser Situation wird die Assoziation stärker und stärker. Nicht dass ihr das auch immer denkt, aber es wird registriert. Euer Körperbewusstsein speichert alle Erinnerungen, deswegen sind all euere Erfahrungen als Erinnerung in eurem Körperbewusstsein gespeichert. All euere Erfahrungen werden gespeichert, so auch eure Assoziationen. Unabhängig davon, ob die Erfahrung gut oder schlecht war.

Einige Assoziationen und Erfahrungen werden euch so vertraut und so sehr ein Teil eures Tuns, dass sie Anhängsel eurer Identität werden.

Ein Individuum kann von sich in Bezug auf Beziehungen sagen, dass es ihm gefällt lustig zu sein. Das muss nicht unbedingt ein Teil seiner wirklichen Identität sein. Es kann ein Teil seiner Erfahrung sein. Es kann wiederholt die Erfahrung machen, dass es in Beziehungen am meisten genießt, lustig oder albern oder sehr aktiv zu sein. Das kann Teil seiner wirklichen Identität sein oder auch nicht, aber ist ganz bestimmt Teil eines Anhängsels, das von seinen Erfahrungen gebildet wird.

Oder beispielsweise: „Ich bin nicht sehr gut in Beziehungen, ich funktioniere nicht gut in ihnen, ich erschaffe anscheinend immer Störungen und kann keine andauernde Beziehung führen“. Das ist vielleicht nicht die wirkliche Identität des Individuums, aber es ist seine Erfahrung. Und so erzeugt es ein Anhängsel an seine Identität und sagt: „So sind die anderen. So bin ich. Ich kann keine erfolgreiche Beziehung eingehen.“ Denn das Individuum hat erfahren, dass es noch nicht erfolgreich gewesen ist im Versuch eine Beziehung zu haben. Das ist nicht, wer es ist, aber es kann anfangen, diesen Zusatz oder dieses Anhängsel an seine Identität zu erzeugen, was eigentlich ein Teil seiner Erfahrungen ist und nicht notwendig das, wer es ist. Das ist ein Beispiel für Erfahrungen, die ein Anhängsel sind.

Es gibt andere Arten von Anhängseln an eure Identität. Etwas, das gelernt wurde oder einem gelehrt wurde. Gelernt ist nicht immer auch gelehrt. Ihr könnt lernen, ohne unterrichtet zu werden. Ein Individuum kann eine Vorstellung und eine Einschätzung von sich selbst erzeugen, dass es ungeschickt ist. Denn in seiner Erfahrung neigt es vielleicht dazu, nicht sehr genau darauf zu achten, was es tut, und vielleicht erzeugt es körperlich Unbeholfenheit und somit lernt es dadurch etwas in Bezug auf seinen Körper und bildet sich eine Meinung, und damit verbindet es etwas mit seiner Identität: „Ich bin körperlich unkoordiniert.“ Das muss nicht unbedingt richtig sein und muss kein Teil seiner wirklichen Identität sein, aber es hängt es an seine Identität an. Jetzt meint das Individuum: „Das ist ein Teil von mir. Das ist ein Teil dessen, wer ich bin.“ Nein, nicht unbedingt.

AnhängselEin sehr großes Anhängsel, das ihr alle habt und mit dem ihr euch auseinandersetzen werdet, ist der Edelstein schlechthin von euch individuell und gesellschaftlich. (humorvoll) Dieser Edelstein ist sehr kostbar. Ihr ALLE schätzt diesen Edelstein sehr. Und dieses Anhängsel ist Unabhängigkeit. Ihr alle wollt Unabhängigkeit. Ihr alle schätzt Unabhängigkeit. Ihr alle wollt unabhängig sein. Und ihr bringt Opfer für Unabhängigkeit, da das ein sehr geschätzter Edelstein ist. Und womit setzt ihr Unabhängigkeit gleich? Mit Freiheit.

Der Begriff Unabhängigkeit ist für euch fast synonym mit Freiheit. Ich sage euch jetzt, Unabhängigkeit ist nicht Freiheit und hat nur wenig Ähnlichkeit mit wirklicher Freiheit. Unabhängigkeit legt Fesseln an. Denn Unabhängigkeit hat ihre eigenen Fangarme, die ihre besonderen Anhängsel erschaffen. Mit Unabhängigkeit kommen Verantwortung und Kontrolle und richtige Entscheidungen. Sie sind die Basis der Unabhängigkeit. Wenn ihr unabhängig seid, müsst ihr richtige Entscheidungen treffen. Ihr müsst Verantwortung tragen, und ihr müsst über die Unabhängigkeit wachen und sie absichern, um sie aufrecht zu erhalten. Und die Aufrechterhaltung von Unabhängigkeit ist ein Dauerjob. Und wie nehmt ihr den Begriff „Job“ wahr? Als Arbeit. Unabhängigkeit ist eine Arbeit. Es erfordert erhebliche Energie sie zu erhalten.

Aber ich möchte sagen, dass welches Anhängsel an euren Identitäten auch immer ihr erzeugt, wir besprechen dieses Thema nicht, um sie zu beseitigen. Unabhängigkeit ist nicht ganz schlecht, weil es Aspekte von Unabhängigkeit – wie aller Anhängsel – gibt, die nützlich sind und die euch dienlich sind. Aber es gibt auch Aspekte der Anhängsel, die Fesseln anlegen und Hindernisse sind.

Bei der Unabhängigkeit ist eines der Hindernisse, dass Unabhängigkeit ein „Sich von etwas weg Bewegen“ ist. Ihr werdet nicht unabhängig FÜR etwas sondern unabhängig VON etwas. Unabhängigkeit ist die Bewegung von irgendeinem Aspekt eurer Realität weg. Und im Allgemeinen haltet ihr das, wovon ihr weg geht, für eine Art Hindernis oder eine Beschränkung. Aber Unabhängigkeit selbst ist eine Beschränkung. Eine der größten Beschränkungen, die durch Unabhängigkeit zum Ausdruck kommen, ist, dass sie Verbundenheit behindert und erschwert etwas zu bekommen. Denn warum solltet ihr etwas annehmen? Ihr könnt es selber tun. Warum solltet ihr mit anderen verbunden sein? Ihr kommt allein zurecht. Ihr könnt alles allein machen. Es gibt keinen Zwang und niemand verfügt über euch, wenn ihr unabhängig seid, oder vielleicht doch nicht?

Wenn ihr ein Zu-Hause habt, und dieses Zu-Hause in Stand haltet – da ihr unabhängig seid – seid ihr jetzt für euer Heim verantwortlich und dadurch kommen diese drei Faktoren stark ins Spiel. Wenn ihr unabhängig seid, seid ihr für alles in eurer Umgebung, für alles, was euch gerade wichtig ist, verantwortlich. Was auch immer ihr mit eurer Unabhängigkeit verbindet, dafür seid ihr zuständig. Ihr seid verantwortlich, deswegen müsst ihr es auch überwachen und kontrollieren und richtige Entscheidungen treffen in Bezug auf das, über das ihr bestimmt und das ihr verantwortet. Wie entscheidet ihr euch richtig? Das verwirrt viele Individuen und macht Schwierigkeiten, weil es ein dauerndes Ringen darum ist zu entschlüsseln, was die richtige Entscheidung ist, die ich in meiner Unabhängigkeit treffen muss?

Wenn ihr völlig unabhängig seid, ist es weniger wahrscheinlich, dass ihr anderen Individuen erlaubt, euch zu helfen. Ihr erlaubt euch weniger, etwas geschenkt zu bekommen. Außer wenn die Geschenke gerechtfertigt sind. (humorvoll) Aber wenn sie nicht gerechtfertigt sind – wenn sie freiwillig und ohne Grund angeboten werden – das ist wirklich nicht notwendig. „Es ist nicht notwendig, dass du mir etwas schenkst! Ich kann mir selbst alles geben! Ich brauche nichts von dir. Ich kann für mich selbst sorgen. Ich benötige keine Hilfe, da ich meine Probleme selbst lösen kann.“ Und wenn ihr euch helfen lasst, lasst ihr das nur zu, wenn ihr verzweifelt seid oder meint, dass ihr ein Problem nicht selbst lösen könnt. Dann nehmt ihr Hilfe an.

Deswegen gibt es viele Aspekte von Unabhängigkeit, die eigentlich Fesseln anlegen. Aber es ist nicht nur Unabhängigkeit allein, das ist nur EIN Anhängsel. Es ist ein sehr großes Anhängsel. Es ist eines, das allen von euch gemeinsam ist und das ihr alle für einen sehr kostbareren Edelstein haltet, aber es gibt viele verschiedene Anhängsel. Es kommt bei diesem Thema darauf an zu verstehen, wer ihr seid, dass ihr nicht unbedingt seid, was ihr tut. Ihr seid nicht, was ihr gelernt habt. Und nicht, was euch gelehrt wurde.

AnhängselNoch ein Beispiel: ein Individuum kann in seinem wirklichen Selbst, in seinem eigenen frei fließenden Ausdruck in die Richtung gehen, keine Beziehung oder keinen Partner haben zu wollen. Vielleicht drückt sich das Individuum natürlich in einer Weise aus, sich nicht unbedingt zu paaren. Das Individuum möchte in seiner natürlichen Identität und Ausdruck, wenn das zugelassen wird, vielleicht viele Beziehungen zu vielen Individuen und nicht unbedingt mit irgendjemandem fest zusammen sein. Aber dieses Individuum kann beispielsweise ein Alter der frühen Zwanziger erreichen und aufgrund dessen, was es gelernt hat und was ihm gelehrt wurde, einen Partner suchen und heiraten mit der Absicht, eine Familie zu gründen, ein Heim zu haben, also eine bestimmte Lebenslaufbahn einzuschlagen. Das wurde ihm beigebracht. Das ist, was von ihm erwartet wird. Viele Individuen machen das so und sind zufrieden damit. Viele schlagen eine Richtung ein, die ihrer Natur entspricht, viele aber auch nicht.

Das ist nur EIN Beispiel, wie ein Individuum solche Erfahrungen machen kann, und einen solchen Weg gehen und sich nicht unbedingt ganz wohl damit fühlen kann. Es kann sich damit abfinden, was es tut – ich würde nicht sagen, dass es das akzeptiert -, aber das wird erwartet, das erwartet es von sich selbst, das tut man und deswegen: „Das will ich tun.“ Und es tut das. Und es kann meinen, auf der sicheren Seite zu sein. Es kann sich damit manchmal auf eine neutrale Weise ganz gut fühlen. Das Individuum kann sich manchmal wohlfühlen – für Momente, aber insgesamt existiert es nur. Es erkennt sein wirkliches Selbst nicht an – es weiß nicht einmal, was sein wirkliches Selbst ist. Was es von seinem wirklichen Selbst sieht, sind die Anhängsel.

Warum kommt es also darauf an, sich der Anhängsel bewusst zu sein? Weil ihr, wenn ihr diese Anhängsel an eure Identität identifizieren könnt, auch erkennen könnt: „Das bin nicht unbedingt wirklich ich. Das tue ich oder das will ich tun, aber ich muss es nicht tun.“ Anhängsel erzeugen das Müssen, das Sollen und das Nicht-Sollen. Die wirkliche Identität kennt kein Sollen, Nicht-Sollen, Müssen und kein Nicht-Dürfen. Die alle gehören nicht zu eurem wirklichen Selbst.

Das heißt nicht, dass ihr diese Aspekte nicht wählt, diese Ausdrücke der Anhängsel, oder dass ihr einige von ihnen nicht wählen wollt – ihr wollt es so! Es gibt Aspekte bei all eueren Anhängseln, die ihr schätzt. Die euch wirklich gefallen. Die ihr zum Ausdruck bringen wollt. Deswegen sind sie nicht unbedingt schlecht, aber sie beschränken euch, wenn ihr euch ihrer nicht bewusst seid. Wie viel Individuen setzen sich selbst sehr stark herab und rechtfertigen das dann damit: „Aber das bin ich, so bin ich eben, ich kann das nicht ändern.“ Ja, ihr könnt. Da euer wirkliches Selbst nicht so beschränkt wie die Anhängsel ist, die ihr auf euch nehmt.

Diese Anhängsel können entweder eine sehr harte, einsperrende Schale sein, durch die ihr nicht durchscheinen könnt oder schmückende Dekorationen. Sie erschaffen interessante, wunderbare und erstaunliche Muster, durch die ihr durchscheint. Aber in vielen Situationen sind sie die harte Schale, die euch nicht erlaubt, wirklich und frei auszudrücken, wer ihr eigentlich seid.

Einige Individuen sind ihrer Natur nach Beobachter und fühlen sich wohl dabei, sich nicht zu beteiligen. Aber sie können z.B. in einer Gruppe von Individuen sein, in der die anderen Individuen wollen, dass sie mittun, und deswegen machen sie das, weil sie es SOLLEN. Ihr SOLLT mit anderen Individuen reden, obwohl das vielleicht nicht unbedingt euer wirkliches Selbst ist. Was SOLLT ihr also tun? Und warum SOLLTET ihr etwas tun, das nicht eurer Natur entspricht?

Einige Individuen sind von Natur aus überschwänglich und können in einer Gruppe von Individuen sein, die wollen, dass sie ruhig sind! (Lacht) Gut, warum solltet ihr ruhig sein? Es ist nicht euer natürlicher Ausdruck.

Ja, ihr habt mit einander zu tun, ihr erschafft Richtlinien in Gruppen, und ihr erschafft Verhaltensrichtlinien, aber wenn ihr eure natürliche Bewegung kennt und wisst, was euer natürlicher Ausdruck ist, könnt ihr euch entscheiden, mit wem und wo ihr zu tun habt. Wenn ihr nicht eurer Natur nach Individuen seid, denen es gefällt ruhig zu sein, werdet ihr nicht in Situationen sein, wollen, in denen man ruhig sein soll. Wenn ihr Individuen seid, die von Natur aus ruhig und nicht so interaktiv sind, werdet ihr nicht in Situationen sein wollen, in denen ihr interaktiv sein und euch engagieren müsst. Wenn ihr euch eurer eigenen Unabhängigkeit bewusst seid, könnt ihr wählen, was ihr zum Ausdruck bringt – nicht zu eurem eigenen Schaden sondern zu eurem Nutzen, wie ihr verbunden sein könnt und nicht allein.

Auszug aus der Sitzung 2876 von Elias

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