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Kurzmitteilung

Gymnastik für Begriffe

Die Bedeutung von Begriffen – Worten –  entspricht dem Verständnis des Sprechenden und dem Verständnis des Aufnehmenden. Wenn dieses Verstehen fehlt, kann man noch so viele Worte gebrauchen, ohne dass man gehört wird. Eines der besten Beispiele dafür sind die Gleichnisse in den Evangelien. Eigentlich sind die Worte klar, doch man kann sie nur verstehen, wenn man schon weiß, was sie aussagen.

Am Anfang war das Wort...

Aber es gibt auch eine Sprache jenseits der Worte, oder eher vor den Worten. Lange bevor jemand spricht, findet eine Art Energieaustausch statt, der unmittelbarer und unverfälschter als Worte ist – eine Art direkter Kommunikation, Telekommunikation wenn man so will.  Wenn man seinen Impressionen vertrauen kann, dann ist das der wichtigste Teil jeder Kommunikation. Auf diese Weise lernen z.B. Kinder. Sie übernehmen weit mehr von dem Verhalten ihrer Eltern, als diese mit Worten ausdrücken könnten, auch weil ihnen vieles unbewusst ist.

Und als Drittes gibt es die direkte Wahrnehmung – ebenfalls jenseits der Worte, auf die man hören kann und die sich hauptsächlich in Symbolen ausdrückt.  Bleibt nur noch, diese zu verstehen. Das ist unmittelbares Wissen, das leider nur zu oft sofort rationalisiert wird, wie z.B. bei einem ersten Eindruck von einem Menschen, der im Prinzip gewissermaßen alles offenbart.

Die Benennung der wahrgenommenen Realität schreibt diese in gewisser Weise fest und es wird schwieriger, eine andere Realität zu wählen. Begriffe binden. Eine ärztliche Diagnose kann deshalb verheerende Wirkungen haben. Aus all diesen Gründen ist es sinnvoll, die verwendeten Begriffe immer wieder neu zu definieren, sie flexibel zu halten, um das Script der wahrgenommenen Realität leichter ändern zu können.

Braucht man dazu neue Begriffe?

Es ist eine der Hauptaufgaben des sich entwickelnden Menschen – eines Philosophen im besten Sinne – Ereignisse, Begriffe… zu definieren, neu, gewissermaßen erweitert,  zu definieren? Die Definition ist ein sehr wirksames Mittel, um „die Zukunft“ zu erschaffen, denn die Definitionen sind die Grundlage der Glaubenssysteme, welche die Wahrnehmung, das Mittel der Erschaffung stark beeinflussen,  und dazu ist es unnötig  und sogar lästig und verwirrend, ständig neue Begriffe einzuführen. Das führt zu dem akademischen Kauderwelsch,  das in der zeitgenössischen Philosophie und anderen Wissenschaften herrscht.

Die „alten“ Begriffe reichen aus, man muss nur die individuelle Bedeutung der eigenen Definitionen kennen. Es ist sinnvoller, die Begriffe selber zu besetzen als von ihnen besetzt zu sein.

Interessant dazu ist der Artikel von Kryon: Wie sieht deine Wahl aus?

Wen das Wort nicht schlägt,
den schlägt auch der Stock nicht.
Sokrates

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