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Lieder eines Sufi Meisters

Wer die göttliche Wahrheit mit dem Licht des Glaubens sucht,
ist wie einer, der die Sonne mit dem Licht der Sterne sucht.

Die Behauptung, Ihn zu kennen, ist Unwissenheit;
Ihm fortwährend zu dienen, ist Mangel an Ehrfurcht;
sich zu hüten vor dem Kampf mit Ihm ist Verrücktheit;
sich täuschen zu lassen von Seinem Frieden ist Dummheit.
Disputation über Seine Attribute ist Verwirrung;
Schweigen hinsichtlich Seiner Anerkennung ist Furchtsamkeit.
Nähe bei Ihm zu suchen ist Kühnheit;
mit Seiner Ferne sich dankbar zufrieden zu geben, ist niedrige Gesinnung.

Sprüche, Lieder, Briefe und Gebete des Sufi-Meisters Husain ibn Mansur al-Hallâj (Halladsch) der „Baumwollkämmer“, geb. 857, der kühnste Vertreter der frühen islamischen Mystik; wegen seiner Formulierung der absoluten Einheit Gottes „Ana’l-haqq“ („ICH = die WAHRHEIT“) 913 in Bagdad eingekerkert und 922 hingerichtet.

Hans Zimmermann hat ein riesiges Archiv über Mystik, Religionen, Philosophie und veröffentlicht auch gelegentlich sehr interessante Rundbriefe.

Jedes Atom im Himmel und auf Erden führt mit dem Geistigen geheime Zwiesprache. Dies hat keine Grenzen und kein Ende. Denn was sie sagen, entstammt dem endlosen Meere der göttlichen Rede.

    »Wäre das Meer Tinte für die Worte meines Herrn, so würde das Meer erschöpft sein, ehe denn die Worte meines Herrn erschöpft wären« (Sura 18/109).

Sie reden miteinander von den Geheimnissen der Welt des Körperlichen und des Übersinnlichen.“

Al-Ghazzali „Wiederbelebung der Wissenschaften von der Religion“

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